PROJEKT

Spiegelachse

Projektbeschreibung

Bei der Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln haben HuM-ART an den Haltestellen beobachten können, dass die Wartenden durchwegs in ihr Handy vertieft SMS schreiben oder telefonieren, sobald Wartezeit zu überbrücken ist. Darum lag es für die beiden nahe das Handy für ihr Kunstprojekt „Spiegelachse“ als Hauptinstrument bei der Einbeziehung und Aktivierung des Publikums einzusetzen.

Eine Symmetrie- oder Spiegelachse ist eine Gerade, an der man ein Objekt oder ein Bild spiegeln kann. Das Objekt ändert sich – es ist spiegelverkehrt. Im Projekt von Hermine und Michael Sardelic ist diese Spiegelachse eine symbolische Linie, an der ein Bild unserer Gesellschaft gespiegelt werden soll um damit eine (gedankliche) Umkehrung zu bewirken. Dabei setzen sie Spiegel und das Handy als fotografischen Spiegel ein.

Geplant ist das Projekt an zwei Standorten, an zwei Haltestellen, die sich an einer imaginären, geographischen Spiegelachse zwischen Selbst- und Fremdbild gegenüberliegen.

An beiden Standorten sind fotografierte Kleidungsstücke verschiedener Nationalitäten an die Spiegel- und Glasflächen geklebt. Das Publikum ist eingeladen sich vor oder hinter diese Kleidungsstücke zu stellen. Durch den scheinbaren Wechsel der Kleidung schlüpft es in eine andere Rolle, Identität und auch Gesellschaft, mit dem Ziel damit auch die Sichtweise über den anderen zu wechseln. Dieser Sichtwechsel, mittels (Handy-)Foto festgehalten, wird im Internet (Hashtag, facebook®) dokumentiert.

Haltestelle Selbstbild / Selfie: Je zwei Glasflächen und eine Werbefläche der Haltestelle sind auf der Vorder- und Rückseite mit unzerbrechlichen Aluminiumspiegelplatten verkleidet. Dadurch wird diese Haltestelle zu einem imaginären Raum im Raum, der mit der Umgebung verschmilzt. Die auf Spiegelplatten geklebten Fotografien von in Kontur geschnittenen Kleidungsstücken befinden sich genau in der Spiegelachse. Die davorstehende Person und ihr Spiegelbild befinden sich in gleichem Abstand davor und dahinter. Trotz (scheinbarem) Kleidungswechsel ist die gespiegelte Person ident. Beim Fotografieren muss jeder entscheiden, ob er selbst oder die Kleidung wichtig bleiben, weil Person und Kleidungsstück nicht gleichzeitig scharf abgebildet werden können – Das Kleidungsstück wird zum Symbol für ein Vorurteil, in dem meist allein durch die Kleidung Rückschlüsse auf die Person gezogen werden.

Haltestelle Fremdbild: Hat man beim Selfie die Möglichkeit selbst auf das Ergebnis Einfluss zu nehmen, so fotografieren sich bei dieser Haltestelle die Personen gegenseitig. Die Kleidungsstücke sind hier auf die Außenseiten der Glasplatten des Haltestellenwartehäuschens geklebt. Das Modell steht hinter dem Kleidungsstück, somit hinter der Glasplatte. Die fotografierende Person steht davor. Bei entsprechenden Lichtverhältnissen können zwei Personen auf den Fotos abgebildet sein. Ziel an diesem Ort ist die Kommunikation zwischen beiden während des Rollenwechsels und der Aufnahme. Hier ist das Handy selbst die Spiegelachse.

HuM-ART

Hermine Sardelic | Michael Sardelic, freischaffender Künstler
Geboren 1961, Andorf (OÖ) | Geboren 1959, Wien
Studium an der pädagogischen Hochschule Linz | Studium an der pädagogischen Hochschule Innsbruck, Salzburger Sommerakademie
Beide arbeiten unter dem Künstlernamen „HuM-ART“ an gemeinsamen Kunstprojekten in Linz mit gemeinsamer Ausstellungstätigkeit im In- und Ausland.

www.hum-art.net | www.hum-art.com

 

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