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Kunst bleibt online sichtbar!

GRUPPENAUSSTELLUNG »ERINNERUNG«
AUSSTELLUNG 14.11.-20.12.2020 | 44er Galerie 

Die Ausstellung findet ohne Vernissage statt, aber mit
Online-Schwerpunkten während der Ausstellungsdauer und einer möglichen Eröffnung im Dezember 2020.
www.facebook.com/kuvaleonding

Fünf Künstlerin*nen haben sich in der 44er Galerie mit ihren »Erinnerungen« auseinandergesetzt. Erinnerungen prägen jeden Menschen für sein Leben – in der eigenen Identität und Lebenswirklichkeit. Mit den unterschiedlichen künstlerischen Positionen zeigen die Künstlerinn*en die Vielseitigkeit menschlicher Erinnerungen auf und schaffen damit unterschiedliche Zugänge. Sie lassen die Besucher*innen träumen, schwelgen, grübeln und laden sogar zum Mitmachen ein.
Zu sehen sind Werke von HuM-ART, Michael Würmer, Marie Blum, Hannah Winkelbauer und von Astrid Dober & Ilona Stuetz

 

HuM-ART
Hermine ∪ Michael Sardelic

Installation »Lost in Childhood«

»Lost in Childhood« beinhaltet nicht nur das Thema »Erinnerungen«, sondern ist jetzt selbst zu einem Erinnerungsstück an die leider nach einer kurzen, schweren Krankheit verstorbene Hermine Sardelic, geworden. Die ausgestellte Arbeit und das Ausstellungsthema „Erinnerung“ haben durch ihr Fehlen für Michael Sardelic und für ihre gemeinsame Arbeit einen noch bedeutsameren Zusammenhang bekommen.
In den gemeinsamen Projekten von Hermine und Michael Sardelic entstehen Foto-Kinetik Objekte, eine Symbiose aus Fotografie und kinetischem Kunstobjekt, deren Bewegung durch die vorhandene Luftzirkulation im Raum oder durch den oder die Betrachteri*n und seiner Bewegung selbst ausgelöst wird, was ihn zu einem Teil des Objekts und dessen Beeinflussungsmöglichkeit werden lässt. Die in der Phantasie der Betrachter*innen entstehenden Geschichten der Hauptdarsteller*innen und Bedeutungsebenen werden durch die Drehung und durch das Bewegen der Elemente in immer neue Positionen ständig verändert und auf andere Weise erzählt.
Seit seiner frühesten Jugend beschäftigt sich Michael Sardelic mit Kunst und hat dabei immer das Bedürfnis seine Gedanken und Ideen als Bilder und Objekte bis hin zur Raumgestaltung in die Realität zu holen und sichtbar werden zu lassen. Das Gefühl, das durch die sichtbar gewordene Idee entsteht, soll auch für die Kundinn*en spürbar werden.
http://hum-art.com/

Michael Würmer

»Cyanotypie Porträts«

Die von Michael Würmer bearbeitete Serie aus bedruckten Stoffbahnen, bestehen aus mehreren großformatigen Fotos von Schauspielerin*nen und Tänzerinne*n, die mit der alten und fast in Vergessenheit geratenen aufwendigen und zeitintensiven Edeldrucktechnik der Cyanotypie in Blautönen auf Stoff (Leinen) bzw. Papier transferiert werden. Mitwirkende Personen sind unter anderem Stefanie Reinsperger, Philipp Hochmair, Verena Altenberger, Alina Fritsch, Martina Ebm, Doris Uhlich und Matthias Herrmann. Die Portraits stehen in ihrer Schlichtheit und Klarheit in einem harten Kontrast zu den abstrakten Körperbildern die als Videoinstallation gezeigt werden. Als Fortführung der Anthropometrien von Yves Klein wird eine aus 40 verschiedenen Einzelbildern zusammengesetzte Videoinstallation präsentiert.
Michael Würmer hat sein Studium der Geschichte | Zeitgeschichte an der Universität Wien abgeschlossen und zusätzlich ein Kolleg für Fotografie und Audiovisuelle Medien mit dem Schwerpunkt Analoge Fotografie und alte Fotografische Techniken absolviert. Er lebt und arbeitet in Wien.
https://wuermerwien.wordpress.com/
www.instagram.com/michael.wuermer/

Marie Blum 
Marie Blum kam am 5. September 1943 in Sektor BIIe des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau zur Welt; dort wurde sie am dritten Tag ihres Lebens ermordet. Um an sie zu erinnern entwickelt Esther Strauß ein performatives Denkmal: Sie legt den Namen Esther Strauß ab, um ein Jahr lang den Namen Marie Blum zu tragen. Anders als ein skulpturales Denkmal, das seinen Standort nie verlässt, trägt sich ein performatives Denkmal mitten im Leben zu. »Marie, kein Stein, ein Mensch trägt deinen Namen.«
In einem weiteren Raum zeigt Marie Blum die spannenden Performance-Fotografien zu
»Die Heimsuchung«:
11503 – 11504 »Am Tag nach dem Begräbnis meiner Großmutter gehe ich zum Frisör. Ich lasse mir Großmutters Frisur schneiden und färben. Ich kehre in Großmutters leere Wohnung zurück; ich verbringe eine Nacht und einen Tag in ihr.«
Esther Strauß ist Performance- und Sprachkünstlerin. Ihr Studium erfolgte an den Kunstuniversitäten Linz und Bristol, Abschluss mit Diplomen in Performance und Kulturwissenschaften. Seit 2015 lehrt Strauß Sprachkunst an der Kunstuniversität Linz.
Die Künstlerin lebt und forscht in Wien, Linz, London, den Bergen, im Gehen.
https://estherstrauss.info/

Hannah Winkelbauer
Aus der Serie »Selbstportraits«

Anfang Zwanzig und auf der Suche nach der eigenen Identität hat Hannah Winkelbauer begonnen, sich mit dem Fotoarchiv ihrer Familie zu beschäftigen. Bilder von ihr selbst als Kind, von ihren Eltern als Kinder, Bilder von Vorfahren, die sie nie kennengelernt hat. Die Fotos aus ihrer eigenen Kindheit sind Aufnahmen von Momenten, an die sie sich oft nur durch eben diese Schnappschüsse erinnern kann. Manchmal ist sich Hannah Winkelbauer nicht sicher: »Erinnere ich mich an die Situation, oder nur an das Foto, das ich immer und immer wieder betrachtet habe?«
»Indem ich die Fotografien gemalt habe, erhebe ich sie in den Status von Denkmälern. Denkmäler für eine Zeit, die vorbei ist, die mich aber immer prägen wird.«
Hannah Winkelbauer hat das Studium der Bildenden Kunst und Kulturwissenschaften an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz mit MMag. art. abgeschlossen und lebt und arbeitet in Linz und Wien.
http://hannahwinkelbauer.at/

Astrid Dober & Ilona Stuetz

»Schreib bitte bald, ich warte jeden Tag auf Post«

»Schreib bitte wieder bald, ich warte jeden Tag auf Post (Please write again soon, I wait every day for mail)« widmet sich dem langsam schwindenden Kommunikationsmedium Postkarte, das durch neue – oft digitale und weniger persönliche- Kommunikationsmittel ersetzt wird. Mit ihrer interaktiven Installation möchten die Künstlerinnen alten Postkarten und ihren Geschichten wieder Leben geben. Besucher*innen werden dazu eingeladen ihre Adresse auf ein Etikett zu schreiben und dieses in einen Postkasten zu werfen. Sie können sich damit indirekt selber eine Postkarte schreiben. Die Etiketten werden verwendet um sie auf alte, bereits einmal verschickte, Postkarten zu kleben und diese somit erneut zu versenden.
Würde die Ausstellung unter normalen Umständen stattfinden, so würden Besucher*innen aufgefordert werden, ihre Adressen auf aufliegende Adresslabels zu schreiben und diese in den grünen Postkasten in der 44er Galerie einzuwerfen.
Unter den aktuellen Umständen werden die Besucher*innen jedoch herzlich dazu eingeladen, ihre Adressen an die Emailadresse »post@inona.xyz« zu schicken. Die Künstlerinnen übertragen diese dann auf Adresslabels. Weder die Postadressen, noch die Emailadressen werden gesammelt oder in irgendeiner Form weitergeben. Sie dienen einzig dem Zweck die Postkarten aus der Installation zu versenden.
Astrid Dober lebt, arbeitet und studiert in Linz. In ihrem Studium und in ihrer Freizeit macht sie etwas mit Medien, alten und neuen, digitalen und analogen. Außerdem erzählt sie gerne Geschichten, mit Bildern und Radio.
Ilona Stuetz lebt in Österreich und Berlin. Zuletzt hat sie unter anderem für Projekte wie Jugend hackt in Berlin als Medienpädagogin gearbeitet und als Kunstvermittlerin im Ars Electronica Center Linz und für das Ars Electronica Festival.
http://interface.ufg.ac.at/blog/schreib-bitte-wieder-bald-ich-warte-jeden-tag-auf-post/
Fotocredits:
HuM-ART | HuM-ART
Michael Würmer | Lukas Riegel
Marie Blum | Lukas Riegel
Marisa Vranjes | Hannah Winkelbauer
Astrid Dober & Ilona Stuetz | Astrid Dober & Ilona Stuetz

Titelbild: Hannah Winkelbauer